Feinstaub sind winzige Schwebeteilchen in der Luft, die so klein sind, dass sie tief in die Lunge gelangen und Atemwege sowie Herz-Kreislauf-System belasten können. Konkret gefährdet sind vor allem PM2,5-Partikel, die bis in die Lungenbläschen vordringen. Verkehr, Heizungen und Industrie sind die Hauptquellen, Handeln lohnt sich vor allem an Tagen mit hoher Belastung im Freien.
Dieser Ratgeber erklärt, was Feinstaub genau ist, welche Risiken er birgt und mit welchen Schritten sich die eigene Belastung senken lässt – drinnen wie draußen.
Was Feinstaub ist
Feinstaub besteht aus festen und flüssigen Partikeln, die in der Luft schweben. Fachleute unterscheiden nach Größe: PM10 sind Teilchen bis zehn Mikrometer, PM2,5 die noch feineren Partikel bis 2,5 Mikrometer. Je kleiner die Teilchen sind, desto tiefer dringen sie in die Atemwege ein; die feinsten erreichen sogar die Lungenbläschen.
Mit bloßem Auge ist Feinstaub nicht zu erkennen. Messbar ist er trotzdem, und zwar an vielen Stationen des Umweltbundesamts (UBA). Wie es allgemein um die Luft in Deutschland steht, liest du im Beitrag Luftqualität in Deutschland.
Welche Risiken Feinstaub birgt
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Luftverschmutzung als eines der bedeutendsten umweltbedingten Gesundheitsrisiken weltweit ein. In ihren Luftqualitätsleitlinien von 2021 senkte sie den Jahresmittelwert für PM2,5 von zuvor 10 auf 5 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Mögliche Folgen einer hohen Belastung:
- gereizte Atemwege, Husten und Atemnot
- verstärkte Asthma- und Allergiebeschwerden
- erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- auf lange Sicht eine geringere Lebenserwartung
Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke reagieren besonders empfindlich. Auch drinnen entsteht Feinstaub, etwa durch Kerzen, Kochen oder offene Kamine – mehr dazu im Beitrag Feinstaub in der Wohnung.
So schützt du dich vor Feinstaub
Im Alltag lässt sich die eigene Belastung senken. Diese Maßnahmen helfen:
- an Tagen mit hoher Belastung körperliche Anstrengung im Freien meiden
- Räume lüften, wenn die Außenluft gut ist
- einen Luftreiniger mit HEPA-Filter einsetzen
- drinnen weniger Kerzen und kein offenes Feuer nutzen
Wann und wie lange gelüftet werden sollte, erklärt der Beitrag Richtig lüften im Detail. Ein Luftreiniger kann gerade in der Wohnung viel bewirken; was er leistet, zeigt der Ratgeber Luftreiniger gegen Staub.
Häufige Fragen zu Feinstaub
Was bedeuten PM2,5 und PM10?
Die Zahl gibt die maximale Partikelgröße in Mikrometern an. PM10 umfasst Teilchen bis zehn Mikrometer, PM2,5 die noch feineren bis 2,5 Mikrometer. Je kleiner die Partikel, desto tiefer dringen sie in die Lunge ein.
Schützt eine FFP2-Maske vor Feinstaub?
Eine gut sitzende FFP2-Maske filtert einen Teil der feinen Partikel. Für den dauerhaften Alltag ist das trotzdem keine praktikable Lösung – sinnvoller ist es, Quellen und Belastung von vornherein zu reduzieren.
Ist Feinstaub drinnen oder draußen höher?
Das hängt von der Situation ab. Bei guter Außenluft kann die Innenraumluft durch Kochen oder Kerzen sogar stärker belastet sein. Lüften zur richtigen Zeit und ein Luftreiniger sorgen drinnen für spürbar sauberere Luft.
Feinstaub im Alltag einordnen
Ganz vermeiden lässt sich Feinstaub nicht, wohl aber deutlich reduzieren. Wer Belastungsspitzen im Freien meidet, zur richtigen Zeit lüftet und drinnen auf offene Flammen verzichtet, senkt seine Belastung spürbar. Bei anhaltenden Atembeschwerden lohnt sich zusätzlich ein Gespräch mit dem Hausarzt.
