Luftreinigende Pflanzen für die Wohnung

Zimmerpflanzen in einer Wohnung
Kurze Antwort

Teilweise: Luftreinigende Pflanzen sind Zimmerpflanzen, die Sauerstoff abgeben und die Luftfeuchtigkeit leicht erhöhen; einige Arten binden zudem geringe Mengen Schadstoffe wie Formaldehyd. Der aus einer NASA-Studie von 1989 bekannte Reinigungseffekt ist in normalen Wohnräumen jedoch gering; Pflanzen ersetzen kein regelmäßiges Lüften. Für dein Zuhause bleiben robuste Arten trotzdem eine schöne und gesunde Ergänzung, wenn du weißt, was sie wirklich leisten und was nicht.

Wie reinigen Pflanzen die Luft?

Pflanzen nehmen über ihre Blätter Kohlendioxid (CO2) auf und geben Sauerstoff ab. Einige Arten können zusätzlich kleine Mengen an Schadstoffen wie Formaldehyd binden, die zum Beispiel in manchen Möbeln, Klebern oder Reinigungsmitteln stecken. Über die Wurzeln und die Erde werden diese Stoffe teilweise weiter abgebaut.

Die NASA-Studie, auf die sich diese Annahme stützt, wurde 1989 in kleinen, geschlossenen Versuchskammern durchgeführt, nicht in bewohnten Räumen. Forscher weisen darauf hin, dass du für einen messbaren Effekt in einem normalen Wohnzimmer Dutzende Pflanzen bräuchtest. Pflanzen sind deshalb kein Ersatz für regelmäßiges Lüften, sondern eine sinnvolle Ergänzung dazu. Wie du dein Raumklima insgesamt verbessern kannst, liest du im großen Ratgeber.

Infografik: Übersicht der besten luftreinigenden Zimmerpflanzen mit Pflegeaufwand

Die besten luftreinigenden Pflanzen

Manche Pflanzen sind besonders pflegeleicht und gelten als gute Luftverbesserer. Die folgende Übersicht hilft dir bei der Auswahl.

Pflanze Pflegeaufwand Besonderheit
Bogenhanf (Sansevieria) sehr gering gibt nachts Sauerstoff ab
Grünlilie gering robust und schnellwüchsig
Efeutute gering wächst auch im Halbschatten
Einblatt mittel erhöht die Luftfeuchtigkeit
Drachenbaum gering dekorativ und groß

Besonders praktisch ist der Bogenhanf (Sansevieria), weil er auch nachts Sauerstoff abgibt und sehr wenig Wasser braucht. Damit deine Pflanzen auch im lichtarmen Winter gut gedeihen, kann zusätzliches Kunstlicht helfen. Wie das funktioniert, zeigt der Beitrag dazu, wie LED-Pflanzenlampen die deutschen Winter ausgleichen können. Das Einblatt erhöht dagegen die Luftfeuchtigkeit, was im trockenen Winter angenehm sein kann. Achte aber darauf, die Erde nicht zu feucht zu halten, sonst droht Schimmel auf der Blumenerde.

Worauf du beim Aufstellen achten solltest

Damit deine Pflanzen gesund bleiben und nicht selbst zum Problem werden, helfen ein paar einfache Regeln:

  • Stelle Pflanzen nicht direkt auf kalte Fensterbänke, sonst staut sich Feuchtigkeit.
  • Gieße sparsam, denn dauerhaft nasse Erde fördert Schimmel und Trauermücken.
  • Wähle für dunkle Räume robuste Arten wie Efeutute oder Bogenhanf.
  • Wische Staub regelmäßig von den Blättern, damit die Pflanze gut atmen kann.
  • Stelle bei Allergie nur wenige Pflanzen auf, da feuchte Erde Sporen begünstigt.

Allergiker sollten vorsichtig sein: Feuchte Blumenerde kann Schimmelsporen freisetzen. In diesem Fall ist ein technisches Gerät oft die bessere Wahl. Welche Modelle es gibt und ob sie sich lohnen, erklärt der Luftreiniger-Ratgeber ausführlich. Bei Pollenallergie speziell hilft oft zusätzlich ein Gerät mit HEPA-Filter, wie der Beitrag Luftreiniger gegen Pollen und Allergie zeigt.

Häufige Fragen zu luftreinigenden Pflanzen

Reinigen Zimmerpflanzen die Luft wirklich?

Sie tragen ein wenig dazu bei, aber der Effekt ist in normalen Wohnungen sehr gering. Für eine messbare Wirkung bräuchtest du sehr viele Pflanzen. Als Ergänzung zu regelmäßigem Lüften sind sie dennoch sinnvoll und sorgen für ein angenehmes Raumgefühl.

Welche Pflanze gibt nachts Sauerstoff ab?

Der Bogenhanf ist dafür bekannt, auch nachts Sauerstoff abzugeben. Deshalb eignet er sich gut für das Schlafzimmer. Er ist zudem sehr pflegeleicht und kommt mit wenig Wasser aus.

Sind Zimmerpflanzen für Allergiker geeignet?

Das hängt von der Person ab. Feuchte Blumenerde kann Schimmelsporen freisetzen, die Allergien auslösen. Wer empfindlich ist, sollte wenige Pflanzen wählen, die Erde eher trocken halten oder auf Hydrokultur setzen.

Wie viele Pflanzen brauche ich im Zimmer?

Es gibt keine feste Regel, aber zwei bis drei Pflanzen pro Raum verbessern bereits die Atmosphäre. Für einen spürbaren Effekt auf die Luftqualität reicht das jedoch nicht. Sieh Pflanzen eher als Dekoration mit kleinem Zusatznutzen.

Fazit

Luftreinigende Pflanzen sind eine schöne und gesunde Ergänzung für dein Zuhause, aber kein Wundermittel. Robuste Arten wie Bogenhanf, Grünlilie oder Efeutute sind pflegeleicht und sorgen für ein angenehmes Raumgefühl. Bei echten Schadstoffproblemen oder Allergien bleibt Lüften die Basis, ein technischer Luftreiniger gegen Schimmelsporen ist oft die wirksamere Ergänzung. Am besten kombinierst du beide Maßnahmen.

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